20. September 2017
Über den Platz der Psychoanalyse in der Politik „Die Psychoanalyse ist niemals damit zufrieden, ‚klinisch´ zu sein“, stellt Jacques-Alain Miller fest. „Sie hat von jeher Teil an einer ‚Politik der Zivilisation´. Freud diagnostizierte in seiner Zeit – das ist wohl bekannt – ein Unbehagen in der Kultur.“ Eine Gruppe oder eine Masse von Menschen kristallisiert sich um einen Führer oder um ein Ideal. Dabei identifiziert sich jedes Subjekt für sich mit Ansichten oder...
20. September 2017
Psychoanalyse ist politisch Das Feld der Psychoanalyse ist dort, wo Menschen immer wieder scheitern, wo es hapert. Diese wiederkehrende Erfahrung von Ohnmacht und Mangelhaftigkeit hat nicht nur eine subjektive, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension. Lilia Mahjoub stellt fest: "Was in der Welt nicht funktioniert, was die anderen Diskurse nicht interessiert, das interessiert im Gegensatz dazu den Analytiker. Wir haben das kürzlich in Frankreich sehen können, wo sich maßgebliche Fragen...

18. September 2017
Anlässlich des terroristischen und rassistisch motivierten Anschlags eines 20-jährigen in Charlottesville, sagte Donald Trump auf Nachfragen mehrerer Journalisten: „Sie können es Terrorismus nennen, Sie können es Mord nennen, nennen Sie es, wie immer Sie wollen… Es gibt eine Frage: Ist es Mord, ist es Terrorismus, aber dann kommen Sie in die gerichtliche Semantik.[1]“ Was heißt das, wenn der Präsident eines Landes die Empfehlung ausspricht, ein jedes Subjekt möge über die...
13. September 2017
Das Neugeborene erlebt zunächst die Umwelt als eindringend und feindlich, war es doch bis zu seiner Geburt gewohnt, über die Nabelschnur der Mutter automatisch befriedigt zu werden. Ab seiner Geburt braucht es zum Leben Atem, den es vorerst als eindringend erlebt. Die Welt ist von Anfang an etwas Fremdes und Feindliches, das erst nach und nach bewältigt wird. Dies führt dann zur illusorischen Vorstellung, mehr oder weniger Herrscher seiner Umwelt zu sein. Das Fremde ist nichts...