Über den Platz der Psychoanalyse in der Politik

Über den Platz der Psychoanalyse in der Politik

 

 

 

„Die Psychoanalyse ist niemals damit zufrieden,klinisch´ zu sein“, stellt Jacques-Alain Miller fest. „Sie hat von jeher Teil an einerPolitik der Zivilisation´. Freud diagnostizierte in seiner Zeit – das ist wohl bekannt – ein Unbehagen in der Kultur.“

 

 

 

Eine Gruppe oder eine Masse von Menschen kristallisiert sich um einen Führer oder um ein Ideal. Dabei identifiziert sich jedes Subjekt für sich mit Ansichten oder Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit oder mit einem Ideal. Diese Gleichschaltung führt dazu, dass sich die einzelnen Subjekte nun auch miteinander identifizieren. Das dabei entstehende Zugehörigkeitsgefühl basiert darauf, dass es der Masse oder Gruppe gelingt, die Sichtweise der Führungspersönlichkeit oder das Ideal aufrecht zu erhalten und darauf, dass Anderes ausgesondert wird.

 

 

 

Die Arbeit des Psychoanalytikers besteht unter anderem darin, das Subjekt hinsichtlich seiner Identifikationen und der darunterliegenden Triebkräfte zu befragen. Und so meint Jacques-Alain Miller: „Es liegt an uns, den nächsten Schritt zu machen und unseren Platz in der Weltbürgerdebatte einzunehmen: Wir haben viel zu sagen, über die politischen Diskurse, über die Politiker.“

 

 

 

Jacques-Alain-Miller konnte leider aus Krankheitsgründen am 09.09. nicht „Über die Angst vor dem Fremden“ sprechen und als Hauptdiskutant fungieren.

Jacques-Alain Miller ist Psychoanalytiker in Paris. Er ist der Herausgeber der Seminare Jacques Lacans. Er ist Gründer und erster Präsident der World Association of Psychoanalysis(www.wapol.org/en/Template.asp). Er ist der Initiator der Foren gegen Marine Le Pen und von Movida Zadig